In Halle haben viele Bäder kein Fenster. In den dicht bebauten Gründerzeitquartieren, etwa im Paulusviertel, kam das Bad häufig erst lange nach dem Bau ins Haus: in eine frühere Kammer, ein abgetrenntes Stück Flur oder neben die Küche, wo die Leitungen schon lagen. Die großen Plattenbaugebiete sind Halle-Neustadt, 1967 als eigene Stadt gegründet, und die Silberhöhe, gebaut von 1979 bis 1989. Dort sitzt die Sanitärzelle oft ohne Fenster mitten im Grundriss, ob in der Nördlichen Neustadt oder in der Silberhöhe.
Als Raum hat das innenliegende Bad Stärken: Es kühlt kaum aus, bleibt leise und ist vor Blicken geschützt. Schwierig ist allein der Wasserdampf, der nach dem Duschen keinen natürlichen Weg nach draußen findet. Seit bodengleiche Duschen die Wanne verdrängen, verteilt sich das Wasser über mehr Boden und verdunstet rascher. Die Lösung ist ein Abluftgerät, das nach dem Ausschalten des Lichts noch 10 bis 20 Minuten weiterarbeitet; im vorhandenen Schacht kostet das meist 250 bis 500 Euro. Nach dem kostenlosen Ersttermin wird daraus ein Festpreis.
Eine Dusche gibt grob einen Liter Wasser als Dampf an die Luft ab. Bei 20 Grad und 60 Prozent relativer Feuchte liegt der Taupunkt, also die Temperatur, ab der Wasser aus der Luft ausfällt, bei rund 12 Grad. Wo eine Oberfläche kälter ist, schlägt sich Wasser nieder, typischerweise an Silikonfugen, an der Rückwand des Unterschranks und in der Ecke hinter der Tür. Entscheidend ist deshalb, wie rasch die Abluftanlage die Feuchte wieder hinausbringt.

