Licht plant man am besten, während das Bad ohnehin im Rohbau steht. Mit offenen Wänden sind Unterputzdosen rasch gesetzt, Stromkreise und Leerrohre finden ihren Weg ohne Umwege, und für die LED-Bänder lassen sich die Profile gleich einbauen. Darum gilt diese Seite Bädern, die sowieso saniert werden. Für alle vier Ebenen sind meist 1.500 bis 4.000 Euro zu veranschlagen; verbindlich wird es mit unserem Festpreis-Angebot.
Viele Gründerzeithäuser, etwa im Paulusviertel, bekamen ihr Bad erst nachträglich; als Erfahrungswert ist es ein schmales Kammerbad von rund 3 bis 5 m². Das Licht kommt dort oft aus einer einzigen Deckenleuchte in der Mitte, und die hat nur zwei Zustände. Für den Spiegel am Morgen ist sie zu schwach, für das Bad am Abend zu grell, und am Waschbecken steht man im eigenen Schatten. Das Problem ist ihr Platz, nicht die Lampe.
Vier Ebenen nehmen dieser einen Leuchte die Arbeit ab, jede mit eigener Aufgabe und eigenem Schaltweg. Im Sanierungsbudget ist das ein kleiner Posten, im Alltag ein großer Unterschied: So wird aus dem Raum für die schnelle Morgenwäsche ein Wohlfühlbad.
Hier geht es um das, was vor dem Abbruch feststehen muss: Ebenen, Zusammenspiel, Schalterbelegung. Leuchtentypen, Lumenwerte und Schutzarten nahe Wanne und Dusche behandelt der Ratgeber Badbeleuchtung.
Ebene 1: gleichmäßiges Grundlicht
Rund 200 Lux soll das Grundlicht im Raum erreichen. Lux gibt an, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt; Lumen misst, was eine Leuchte insgesamt abstrahlt. Ein Bad mit 6 bis 8 m² braucht dafür etwa 1.500 bis 2.000 Lumen. Wir verteilen sie auf vier bis sechs Spots oder auf eine großflächige Leuchte an der Decke, denn eine Einzellampe in der Mitte erzeugt wieder den Schatten am Waschtisch. Als Lichtfarbe eignet sich Warmweiß mit 2.700 Kelvin.
Ebene 2: Spiegellicht ohne Schatten
Am Spiegel kontrollieren Sie Hautton, Rasur und Make-up, hier zählt Genauigkeit. Gut funktionieren zwei Leuchten seitlich des Spiegels. Ihre Mitte sitzt auf 160 bis 170 Zentimetern Höhe, gemessen vom fertigen Fußboden, und der Abstand zwischen beiden beträgt 60 bis 90 Zentimeter. Hinter mattiertem Glas liefert jede 400 bis 700 Lumen. Am Gesicht ergibt das rund 500 Lux, und unter Augen und Kinn bleibt es schattenfrei. Ausführlicher unter Licht im Bad.
Ebene 3: Akzentlicht in Nische und Kante
Akzente sorgen für Ruhe. Eine Nische in der Vorwand, der vorgesetzten Wand für die Installation, ist meist 30 mal 60 Zentimeter groß. Ist die Vorwand 12,5 Zentimeter stark, bleiben für die Nische rund 10 Zentimeter. Hinter der Vorderkante versteckt, läuft dort ein 24-Volt-LED-Band in einem Aluminiumprofil, und eine Blende verwischt die Leuchtpunkte zu einer Linie. Liegt die Nische in der Dusche, verlangt sie Schutzart IP65, die auch einem Wasserstrahl standhält.
Am Abend kann das Akzentlicht den Raum allein tragen. Es zeichnet einen warmen Streifen über die Fliesen, glitzert auf dem Wasser der Wanne und macht das Bad weich. In einem Erlebnisbad wirkt so ein Band oft stärker als eine aufwendige Armatur.
Ein Hinweis gehört früh ins Gespräch. Licht, das in flachem Winkel über eine Wand streicht, macht jede Unebenheit als kleinen Schatten sichtbar; man spricht von Streiflicht. Glatte Spachtelflächen vertragen es, Fliesen mit leichtem Höhenversatz dagegen zeigen jede Plattenkante. Wer Lichtlinien plant, denkt deshalb am besten auch über fugenlose Bäder nach oder achtet auf sehr exakte Verlegung.
Ebene 4: Nachtlicht für den Weg
Für nächtliche Wege genügt ein dünner Lichtstreifen im Sockel oder unter dem Unterschrank des Waschtischs. Seine Höhe: 10 bis 30 Zentimeter über dem Boden. Seine Leistung: 20 bis 40 Lumen bei sehr warmen 2.200 bis 2.700 Kelvin. Er springt per Bewegungsmelder an und geht nach ein bis drei Minuten von selbst aus. So findet man das WC ohne grelles Deckenlicht. Im barrierefreien Bad zählt diese Ebene zur Sicherheit.

