Der Kern von Dautzsch entstand in kaum zwei Jahren. Ab dem 17. April 1932 errichtete die Siedlungsgenossenschaft „Eigene Scholle GmbH“ mit Reichsdarlehen die ersten 58 Doppelhäuser, bis 1933 standen 140 Doppelhaushälften auf jeweils rund 1.000 Quadratmetern Grund. Die Häuser wurden unter den Siedlern verlost. Ihre Wege heißen bis heute nach Nutzpflanzen, etwa Rapsweg, Maisweg und Rebenweg.
Seit Anfang der Neunziger ist der Stadtteil deutlich gewachsen. Freistehende Einfamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser kamen hinzu, unter anderem im Wohngebiet „Am Dautzsch“ zwischen Stichelsdorfer Weg, Rapsweg und Äußerer Diemitzer Straße, dessen Planung 1992/93 begann. Mieter holen vor jedem Umbau die Erlaubnis ihres Vermieters ein. Bei einer Doppelhaushälfte plant die Nachbarhälfte mit: Schlitze in der gemeinsamen Wand und laute Stemmtage spricht man besser vorher ab.
Ende 2023 lebten in Dautzsch 2.018 Menschen, das Durchschnittsalter lag rechnerisch bei rund 47 Jahren. Wer in den Neunzigern eingezogen ist, plant ein neues Bad am besten gleich für die kommenden Jahrzehnte. Frische Fliesen allein helfen dann wenig.


