Im Einfamilienhaus geht es in Heide-Süd meist um zwei Räume: das Bad mit Fenster eine Etage höher und das kleine WC für Gäste unten. Für Neubauten ab 1990 liegt der Erfahrungswert beim Bad bei rund 5 bis 9 Quadratmetern. Beim Ersttermin sehen wir uns beide an, auch wenn das WC erst später folgt.
Auf dem Gelände stand ab 1847 die Landesheil- und Pflegeanstalt zu Nietleben. 1934/35 kam die Heeres- und Luftnachrichtenschule mit 160 Gebäuden hinzu, von 1945 bis 1991 lag hier die sowjetische Garnison Heide. Von 1995 bis 2024 lief eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme. 1998 zogen die ersten Bewohner ein, 2004 lebten rund 2.900 Menschen im Stadtteil, 2010 rund 3.870, Ende 2023 dann 4.486. Gebaut wurde fast nur für Selbstnutzer. Wer hier ein Bad erneuert, ist meist Eigentümer.
Im ersten Bauabschnitt von 1996 bis 1999 entstanden Mehrfamilien- und Reihenhäuser auf kleinen Grundstücken. Ab 2000 folgten vor allem Einfamilienhäuser, darunter rund 100 aus dem 1000-Häuser-Programm, ab 2006 dann die Ovato-Grundstücke aus dem Wettbewerb EUROPAN 7. In den ältesten Häusern stehen die ersten Bäder nach rund 25 Jahren zur Erneuerung an, häufig noch mit Fliesen im Format 15 x 20 oder 20 x 25 Zentimeter, damals der gängige Standard.
Eine andere Lage bieten die rund 30 erhaltenen Altbauten. Der Heidehof, gebaut 1934/35, wurde von 2002 bis 2006 zu Wohnungen umgebaut, die früheren Mannschaftsunterkünfte an der Wilhelm-Schrader-Straße 2008/2009. Weitere stehen an der Hermann-Burmeister-Straße, am Feldschlösschen und am Bertha-von-Suttner-Platz. Das Bad dürfte dort meist aus der Zeit des Umbaus stammen. Greift die Sanierung in Leitungen des Gemeinschaftseigentums ein, braucht es einen Beschluss der Eigentümer nach § 20 Abs. 1 WEG.
Nach unserer Recherche gilt für Heide-Süd keine Erhaltungssatzung. Fragen stellen sich nur an geschützter Substanz: an den Gebäuden der früheren Landesheilanstalt mit ihren Klinkerpavillons, am Denkmalhof und an der einstigen Bezirksverwaltung des MfS an Gimritzer Damm, Blücherstraße und Selkestraße, die seit 2021 Baudenkmal ist. Am Baudenkmal stimmen wir die Arbeiten vor Beginn mit der Abteilung Denkmalschutz der Stadt ab; das ist auch Voraussetzung für die Steuerbescheinigung.

