Ob das Bad aus der Modernisierung der Neunziger stammt oder noch älter ist: Vor jedem Angebot schauen wir auf vier Punkte. Von ihnen hängt ab, was der Umbau kostet und wie lange er dauert.
Der erste ist der Boden. Für eine Dusche ohne Stufe entscheidet die Aufbauhöhe über der Rohdecke. Ein Ablauf in der Wand braucht davon 70 bis 100 mm, einer im Boden 120 bis 150 mm, und das Gefälle zur Fallleitung kostet je nach Strecke weitere Millimeter. Ob unter dem Belag eine Holzbalkendecke oder eine massive Decke liegt, klärt der Termin vor Ort. Steckt unter dem Estrich noch eine alte Schüttung, lässt sich beim Rückbau oft Höhe gewinnen.
Der zweite sind die Leitungen. In modernisierten Häusern liegen meist Rohre aus Kupfer oder Kunststoff, in älteren Teilen gelegentlich noch verzinkter Stahl. Bleileitungen durften nur bis zum 12.01.2026 in Betrieb bleiben; danach braucht es eine Fristverlängerung des Gesundheitsamts, sonst sind sie zu ersetzen oder stillzulegen (§ 17 TrinkwV, Stand Oktober 2026). Finden sich Reste, gehören sie heraus. Weil Halle weiches Wasser mit rund 4 °dH hat, spielt Kalk meist eine kleinere Rolle als die Lage der alten Anschlüsse.
Der dritte ist der Strom. Ein Fehlerstromschutzschalter fehlt in älteren Bädern gelegentlich, Steckdosen gibt es selten genug. Wir planen meist vier: zwei am Waschtisch, eine für Waschmaschine oder Handtuchheizkörper und eine als Reserve. Spiegelleuchte und Deckenlicht bekommen getrennte Schalter.
Der vierte ist die Luft. Im Bad ohne Fenster führt kein Weg an einem Lüfter vorbei, der nach dem Duschen weiterläuft, und auch das Fensterbad im Einfamilienhaus gewinnt damit, wenn im Winter niemand lange lüftet. Wo Feuchte stehen bleibt, sitzt Schimmel zuerst in Ecken und hinter Möbeln. Wie man den Lüfter auslegt, steht unter Bad lüften.